Kindergarten Krumbach St. Georg und Obereisenbach St. Margaretha

Die Bildungs- und Entwicklungsfelder

Die Bildungs- und Entwicklungsfelder des Orientierungsplans (Körper, Sinne, Sprache, Denken, Gefühl und Mitgefühl, Sinn, Werte und Religion) werden in der pädagogischen Arbeit in unserem Kindergarten umgesetzt und stehen in der Praxis miteinander im Dialog.

Körper

Der Körper ist Heimat des menschlichen Wesens und Seins

Ein Kind erschließt sich die Welt aktiv mit allen Sinnen und vor allem in Bewegung. Es erprobt, entdeckt, erkennt und versteht dadurch seine soziale und materielle Umwelt. Kinder entfalten so ein positives Körper- und Selbstkonzept als Grundlage für ihre körperliche, soziale, psychische und kognitive Entwicklung. Neben Bewegung trägt vor allem eine ausgewogene Ernährung zum Wohlbefinden und zur Gesundheit bei.

Wir ermöglichen den Kindern durch unsere Bewegungsangebote und die Raumgestaltung vielfältige Erfahrungen , mit denen sie die Geschick lichkeit, das Gleichgewicht, die Koordination, die Kondition, die Ausdauer und den Orientierungssinn stärken.

Auch der Garten lädt zum Bauen, Balancieren, Hüpfen und Klettern ein.

Die Kinder erfahren ihren Körper als Darstellungs- und Ausdrucksmittel beim Rollen- und Theaterspiel, in gemeinsamen Spiel- und Singkreisen, in der Musik und im Tanz, in der Entspannung, im kreativen bildnerischen Gestalten.

Sie erweitern ihre feinmotorischen Fähigkeiten beim Malen, Schneiden und bei vielfältigen Spielen, z.B. beim Umgang mit Pipetten, beim Auffädeln von Perlen und bei Alltagshandlungen wie z.B. ein Getränk eingießen.

Sinne

Kinder nehmen ihre Umwelt über die Sinne wahr, erforschen und entdecken die Welt durch Sehen, Beobachten, Hören, Fühlen, Tasten, Riechen und Schmecken. Kinder denken in Bildern, deshalb brauchen sie den konkreten Umgang mit den Dingen. Sie nutzen ihre Sinne, um sich die Welt anzueignen, sich in ihr zu orientieren und sie mitzugestalten.

Wir schaffen vielfältige Gelegenheiten zu sinnlich wahrnehmbaren Welterfahrungen, geben den Kindern Zeit und Raum zum Experimentieren und Erforschen, Ausprobieren und Erleben innerhalb des Alltags.

Damit Kinder sich gestalterisch ausdrücken können, stellen wir ihnen verschiedene Materialien frei zur Verfügung.

Jedes Kind hat musikalische Talente. Wir greifen die elementare Freude der Kinder am Musikmachen und Musikhören auf, singen und musizieren mit ihnen und bieten ihnen in der Musikecke die Möglichkeit, frei mit Instrumenten zu experimentieren.

In der Musik und im Rollenspiel können die Kinder sich schöpferisch und aktiv mit sich selbst, den Spielpartnern und ihrer Umgebung auseinandersetzen. In der Sensibilisierung der Sinne wird ihre Persönlichkeit gestärkt.

Sprache

Menschen brauchen die Sprache, um sich zu verständigen, Dinge zu benennen, Gedanken zu klären und auszutauschen, um Erfahrungen und Gefühle mitzuteilen und um sich Wissen anzueignen und weiterzugeben. Sprache hilft, die Welt zu entdecken und zu verstehen und ermöglicht dem Menschen, sich auszudrücken und mit anderen zu leben. Wie in der Familie lernen Kinder Sprache im alltäglichen Dialog und in Beziehung mit Erwachsenen und Gleichaltrigen.

Wir reden viel mit den Kindern, singen und erzählen Geschichten, lesen vor und bieten eine anregende Umgebung.

Bücher sind für die Kinder immer zugänglich. Erlebnisse, Befindlichkeiten und die Gestaltung des Miteinanders sind Themen in unseren Morgenkreisen. Bei Fingerspielen und Reimen, im Singen, in Erzählrunden, bei Kreis- und Rollenspielen erweitern die Kinder ihren Wortschatz und ihre Sprachkompetenz.

Denken

„Das Auge schläft, bis der Geist es mit einer Frage weckt.“ (Aus der Reggiopädagogik)

Kinder besitzen bereits sehr früh erstaun liche Fähigkeiten im Wahrnehmen und Denken. Sie nehmen ihre Lebenswelt mit all ihren Sinnen wahr, beobachten, wollen forschen und suchen nach Erklärungen und Lösungen . Sie lernen durch Sehen, Greifen, Tasten, Fühlen, Hören, also durch ihr Tun und durch die Fragen, die sie dabei stellen.

Wir lassen Kindern Raum und Zeit, um ihre Gedanken und Ideen zum Ausdruck zu bringen. Wir ermuntern Kinder, Fragen zu stellen und gehen gemeinsam mit ihnen den Dingen auf den Grund. An unseren Forschertagen sind wir auch draußen in der Natur unterwegs und suchen beispielsweise eine Antwort auf die Frage: „Warum wird aus dem Löwenzahn eine Pusteblume?“ Oder wir probieren aus, welche Gegenstände schwimmen und welche sinken.

Gefühl und Mitgefühl

Gefühle spielen eine bedeutende Rolle bei der Bewertung des Wahrgenommenen und haben einen großen Einfluss auf das menschliche Verhalten. Menschliches Handeln ist begleitet von Emotionen. Sie gehören zum täglichen Erleben und der Umgang mit ihnen will gelernt sein. Mit dieser Fähigkeit wird niemand geboren.

Wir Erzieherinnen geben den Kindern Geborgenheit und Sicherheit und akzeptieren sie mit ihren Emotionen. Wir sprechen mit den Kindern regelmäßig über Gefühle und aktuelle Befindlichkeiten. Kinder lernen, Emotionen auszudrücken und auf Gefühle anderer angemessen zu reagieren. Gelegenheiten hierzu bieten z.B. das Rollenspiel oder die Kinderkonferenz und das alltägliche Miteinander.

Wir unterstützen Kinder darin, ihre Konflikte selbständig auf verbale Weise zu lösen und fördern das Einfühlungsvermögen und Mitgefühl im verantwortungs vollen Umgang mit anderen Menschen.

Sinn, Werte und Religion

„Kinder haben ein Recht auf Religion!“ (Aus der UN Kinderrechtskonvention Art. 14)

Unsere Lebenswelt wird immer komplexer; Kinder müssen sich mit einer Fülle von Eindrücken, Erfahrungen und Anforderungen aus einander setzen können. Dafür brauchen sie ein Wertegefüge, um ihrem Leben Struktur und ihrem Handeln Orientierung zu geben.

Werte werden im Zusammenleben und durch Vorbilder erworben und prägen die ganze Persönlichkeit.

Kinder fragen nach dem Woher, Wohin und Warum und fordern Antworten auf existentielle Fragen. Sie machen dabei nicht Halt an den Grenzen des sinnlich Wahrnehmbaren. Sie sind wissbegierig und wollen selbst Antworten finden.

Kinder wollen von ihren Bezugspersonen wissen, welchen Sinn sie ihrem Leben geben, welche Hoffnung sie trägt, an was sie glauben.

Sie begegnen Menschen, die ein religiöses Leben führen, treffen auf religiöse Gebäude, Rituale, Symbole.

Kinder lernen den Glauben, in dem sie ihn erleben.

Als katholischer Kindergarten sind wir ein Ort des gelebten Glaubens. In unserem täglichen Miteinander lernen die Kinder die grundlegenden christlichen Werte und Normen, wie Toleranz, Vergebung, Gerechtigkeit , Gewaltlosigkeit, Rücksicht und Solidarität, aber auch Lebensfreude, Wohlbefinden und Zufriedenheit.

Wir gestalten mit den Kindern das Kirchenjahr mit den unterschiedlichen Festen und feiern kindgemäße Gottesdienste.

Zu den religiösen Ritualen, die den Tag und die Woche strukturieren, gehören das gemeinsame Gebet und die Jesuskerze im Morgenkreis. Wenn in der Kreismitte die Kerze angezündet wird, dann hat diese Handlung mit Jesus zu tun. Sie ist Symbol für die Lichterfahrungen, die Menschen mit Jesus gemacht haben.

Religiöse Rituale sind wie eine Tür, die den Alltag auf Gott hin öffnet.

Religiöse Erziehung „entschleunigt“, gibt Raum zum Fragen, Nachdenken, Sprechen, zum Schauen, Betrachten, Singen und Handeln.

Durch das Erzählen biblischer Geschichten und Heiligenlegenden machen wir Kinder mit Gott vertraut. Sie erfahren, wer Gott für uns Menschen ist.

Die Erzählungen regen an, sich eigene Gedanken über Gott und das Leben zu machen. Dabei stellen sie Fragen, die oft sehr konkret sind, etwa wo Gott lebt, wie er aussieht oder was nach dem Tod passiert.

Biblische Geschichten enthalten auch Themen der Kinder, wie Angst haben, Außenseiter sein, geliebt werden, vergessen werden, kein Zuhause haben, eingeladen sein, helfen. Die Botschaft der Geschichten wird durch unsere ganzheitliche Erzählmethode lebendig. Die Lösungen, die die Geschichten anbieten, helfen Kindern, das eigene Bild von der Welt zu erweitern.

Am Beginn dieser Welt und jeden Lebens steht das Schöpfungshandeln Gottes.

Wir Menschen sind Teil der Schöpfung. Dies beinhaltet den Auftrag, Verantwortung für sich selbst, andere und die Welt zu übernehmen.

Gott hat das Leben jedem Menschen geschenkt, so wie er Pflanzen und Tieren das Leben gibt. Gott hält alles Leben in der Hand. Wenn Kinder spüren, dass die Natur wie ein Geschenk ist, werden sie von sich aus der Umwelt achtsamer, verantwortungsvoller und kreativer begegnen.

Durch Spielen, Basteln, Gestalten und Betrachten – zum Beispiel im Wald, auf der Wiese und im Garten – werden Kinder auf Naturerscheinungen aufmerksam. Das löst bei ihnen oft intensive Freude und Faszination aus. Sie entwickeln „eine positive Grundeinstellung zum Leben, achten die Natur und Schöpfung und werden in der Hoffnung auf eine lebenswerte Zukunft gestärkt“ (BaWü).

Durch das Staunen und Fragen der Kinder werden Eltern oft neu an die elementaren Lebens- und Glaubensfragen herangeführt. Der Glaube der Eltern ist für das Kind prägend und bildend.

Eltern sind für uns Erzieherinnen kompetente Partner der religiösen Bildung und Erziehung ihrer Kinder. Im Sinne der Erziehungspartnerschaft stehen wir im Dialog mit den Eltern.